Vogelbeobachtungsplätze in Helsinki

A woman is Bird-watching over the marshes from Lammassaari duckboards on a clear, sunny day.
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Helsinki offers lots of great opportunities for birdwatching in springtime. Most of the birdwatching spots in Helsinki are easy to get to by public transport or bicycle, for example. This article presents five birdwatching locations, four of which are easily accessible, plus Laajalahti Nature Reserve in Espoo, which you can get to by metro. To get to the fifth, the island of Isosaari, you will need to jump on a boat.

Risto Nevanlinna
Birdwatcher
Risto Nevanlinna

Zur Grundausstattung für die Vogelbeobachtung gehört ein Fernglas. Ein leistungsfähigeres Teleskop auf einem Stativ ist außerdem nützlich, um den Vogelzug zu verfolgen und die Tiere auf ausgedehnten Feuchtgebieten oder Feldern besser sehen zu können. Dringend nötig sind zudem warme Kleidung und ausreichend Verpflegung.

Sie sollten sich bereits früh am Morgen auf den Weg machen. Vogelbeobachter sind gerne schon bei Sonnenaufgang draußen - was vor allem im Frühling bedeutet, zu einer unchristlichen Zeit aufzustehen. Aber glauben Sie uns: Es lohnt sich! Viele Vögel sind in den Morgenstunden am lautesten und aktivsten. Außerdem kommt es zu deutlich weniger Störungen. Raubvögel und Kraniche dagegen werden eher später am Tag aktiv.

Auf Vogelbeobachtungstürmen und an beliebten Aussichtspunkten herrscht normalerweise eine höfliche, erwartungsvolle Stille. Wenn zu viel geredet wird, entgehen Ihnen möglicherweise die Geräusche der Zugvögel am Himmel über Ihnen. Scheuen Sie sich jedoch nicht, erfahrene Vogelbeobachter um Hilfe bei der Bestimmung der Tiere zu bitten - es gibt keine dummen Fragen!

Lammassaari
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Altstadtbucht und Viikki

Das größte Naturschutzgebiet Helsinkis, die Altstadtbucht (Vanhankaupunginlahti), eignet sich hervorragend für einen kurzen Besuch der Insel Lammassaari oder der ausgedehnten Felder von Viikki. Ebenso gut können Sie einen ganzen Tag damit verbringen, die sieben Vogeltürme in der Umgebung zu erklimmen und den Tieren von der Beobachtungsstation in Pornaistenniemi aus zuzusehen.

Rund 80 verschiedene Vogelarten nisten jedes Jahr in der Altstadtbucht. Während der Zugzeit lassen sich sogar noch sehr viel mehr beobachten. Haubentaucher und Schellenten sind in großer Zahl auf dem Wasser zu sehen. Aus dem Schilf erklingt der Gesang von Teichrohrsängern, Schilfrohrsängern und Rohrammern. Vielleicht entdecken Sie sogar einen Drosselrohrsänger. Besonders in der Morgen- und Abenddämmerung sind die hohen, ferkelartigen Rufe der Wasserralle zu hören. Die Gehölze entlang der Uferlinie bieten einen idealen Lebensraum für Mönchsgrasmücken und Sprosser, während Kiebitze oder Feldlerchen in und über den Feldern unterwegs sind.

Die Altstadtbucht und Viikki sind seit Jahrhunderten bei Vogelbeobachtern beliebt. Der Maler und Ornithologe Magnus von Wright verbrachte in den frühen 1800er Jahren viel Zeit dort. In den 1940er Jahren veröffentlichte dann der Ornithologe Leo Lehtonen ein Buch mit dem Titel "Vogelparadies" (Lintuparatiisi) - speziell über die Altstadtbucht. Der erste Teil des Naturschutzgebiets wurde 1959 abgesteckt. Seit 1986 findet dort ein systematisches Vogelmonitoring statt. Heutzutage ist die Altstadtbucht eines der beliebtesten Ziele für "Birdwatcher" in Finnland.

Uutela
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Deponiehügel Vuosaari und Erholungsgebiet Uutela

Der Deponiehügel von Vuosaari ist ein ganz besonderer Vogelbeobachtungsplatz. Er wurde beim Bau des nahe gelegenen Hafens von Vuosaari vollständig von Menschenhand errichtet und erreicht eine beeindruckende Höhe von 60 Metern über dem Meeresspiegel. Angelegt wurde er in den 2010er Jahren und bietet nun neben verschlungenen Wegen auch wilde Felsen und eine reichhaltige Pflanzenwelt.

Der bei Vogelbeobachtern beliebte Deponiehügel wird liebevoll als Himalaya bezeichnet, ähnelt aber in Wirklichkeit eher einem dichtbewachsenen, lappländischen Fjäll. Der Hügel bietet einen ungehinderten Blick in alle Richtungen und eignet sich daher hervorragend zur Beobachtung von dort nistenden oder fressenden Tieren sowie Zugvögeln. Dazu gehören Mäusebussarde, Raufußbussarde, Gänse und Ringeltauben. Im Frühjahr leben hier außerdem Drosseln, Sprosser, Sumpf-und Teichrohrsänger, die vor allem nachts auf dem Hügel zu hören sind. Auch der hier durchaus übliche Gesang des Wachtelkönigs erklingt - immerhin handelt es sich um einen mehrjährigen Gast in diesem Gebiet.

Wenn Sie zum Deponiehügel Vuosaari fahren, sollten Sie dies mit einem Besuch des schönen Erholungsgebiets Uutela verbinden. Dort können Sie durch uralte Wälder wandern, die Feuchtgebiete bewundern und die Landschaft von den Landzungen Skatanniemi oder Särkkäniemi aus genießen, die sich bis zum Meer hin erstrecken. Diese Orte eignen sich übrigens auch hervorragend, um den Frühjahrszug der arktischen Gänse und Wasservögel zu beobachten.

View from Lauttasaari overlooking a bay surrounded by reeds and grasses, where the city can be seen on the horizon to the left. The sky is a mixture of brilliant blue, distorted to dusky purples by clouds on the left and reflected in the water..
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Lauttasaari

Die Wohninsel Lauttasaari ist vielleicht kein "Hot Spot" für Vogelliebhaber, aber sie bietet viele hervorragende Möglichkeiten zur Beobachtung der Tiere. In Myllykallio gibt es sogar einen Vogelturm, von dem aus man einen ungehinderten Blick auf das Meer hat - vor allem nach Westen und Süden. Im März und April können Sie Taigagänse sowie Blässgänse auf dem Weg ins Landesinnere beobachten und im April, wenn der Wind richtig steht, lassen sich hier Kraniche auf ihrer Rückkehr in den Norden blicken.

Wenn der Frühling voranschreitet und der Zug der arktischen Wasservögel zunimmt, ist die felsige Südspitze der Insel - Särkiniemi - ideal, um dieses besondere Naturschauspiel zu beobachten. Bei entsprechendem Südwestwind lassen sich zum Beispiel Nonnengänse, Seetaucher und die hier heimischen Eisenten erspähen. Letztere kann man vor allem im zeitigen Frühjahr in den Gewässern vor der Küste bei der Nahrungsaufnahme beobachten.

Lauttasaari ist das perfekte Ziel für einen zwei- bis dreistündigen Spaziergang oder eine Fahrradtour zur Vogelbeobachtung. Sie können von der U-Bahn-Station Koivusaari aus starten und dann der Küstenlinie bis zur Landzunge Särkiniemi folgen. Am Eisbadebereich von Humaus fahren Sie dann wieder ins Landesinnere und nehmen die Wege durch den Park bis hin zum Vogelbeobachtungsturm Myllykallio. Von dort aus ist es ein kurzer Spaziergang zurück zu den U-Bahn-Stationen Koivusaari oder Lauttasaari.

Isosaari
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Isosaari

Die Insel Isosaari ist Helsinkis "brandneues" Ziel für Vogelbeobachtungen. Nachdem sie dem Militär über ein Jahrhundert lang als Festungsinsel gedient hatte, war Isosaari bis vor Kurzem für die Öffentlichkeit gesperrt. Nun aber ist sie seit ein paar Jahren mit der Fähre vom Marktplatz aus erreichbar und bietet sogar Übernachtungsmöglichkeiten. Neben einem Campingplatz gibt es auch einen Gästehafen - und künftig sind noch weitere Dienstleistungen geplant.

Von Mitte bis Ende Mai ist Isosaari ein idealer Ort, um Nonnengänse, Ringelgänse, Eisenten, Trauerenten, Seetaucher und Sterntaucher zu sehen. Als gute Stelle auf der Insel gilt der Fuß der Landzunge Peninniemi auf der Nordostseite (der Rest davon ist für die Öffentlichkeit noch immer nicht zugänglich).

Um die arktischen Frühlingsvögel an der felsigen Küste zu beobachten, muss man früh aufstehen, Geduld haben - nicht alle Tage sind perfekt für die Vogelbeobachtung - und sich warm anziehen, da es auf den äußeren Inseln sehr kühl werden kann. Glücklicherweise ist Isosaari nicht nur ziemlich „groß“, sondern auch äußerst vielfältig. Im bewaldeten Inselinneren kann man den Gesang von Grünlaubsängern, Zaunkönigen und Zwergschnäppern hören. Auf den offeneren Flächen erklingt das Zwitschern des Karmingimpels oder der melancholische Ruf des Wendehalses. Vielleicht sehen Sie sogar einen Neuntöter, der sich an seine Beute heranpirscht, oder Mehlschwalben, die auf der Insel nisten.

Später im Frühjahr schallt der Gesang der Nachtigallen und Teichrohrsänger aus den Sträuchern. Sie beginnen erst spät abends damit und werden bei Sonnenaufgang allmählich immer leiser. Die Vogelwelt an der Küste und auf den nahe gelegenen Inseln ist mit seinem Bestand an Eiderenten, Gryllteisten und Flussuferläufern ebenfalls sehr vielfältig.

Little birdwatcher in Espoo
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Espoo, Laajalahti

Laajalahti ist eine üppig grüne Bucht sowie ein Naturschutzgebiet zwischen Helsinki und Espoo. Den besten Blick darauf hat man vom Vogelbeobachtungsturm Maarinlahti aus, der nur etwas mehr als fünf Gehminuten von der U-Bahn-Station der Aalto-Universität entfernt ist.

Laajalahti gehört zu den lebendigsten Vogelfeuchtgebieten in der Metropolregion. Das Naturschutzgebiet umfasst eine Fläche von knapp zwei Quadratkilometern und besteht hauptsächlich aus offenem Wasser mit Schilf, Feuchtwiesen sowie üppigen Wäldern entlang der Uferbereiche. Laajalahti ist als vielfältiges Nistgebiet sowie Rastplatz für wandernde Wasser- oder Watvögel bekannt - vor allem im April und Mai. Der Beobachtungsturm eignet sich ausgezeichnet, um Zugvögel sowie einheimische Arten zu studieren.

Die Wiese vor dem Vogelbeobachtungsturm von Maarinlahti bietet eine hervorragende Gelegenheit, um Watvögel zu bestimmen. Sie werden bald mit Sandregenpfeifern, Flussregenpfeifern, Rotschenkeln, Bruchwasserläufern sowie Kampfläufern Bekanntschaft machen und mit etwas Glück entdecken Sie auch etwas seltenere Spezies wie Sumpfläufer oder Zwergstrandläufer. Zusätzlich leben hier zahlreiche Wasservogelarten und auf dem offenen Wasser können Sie im Frühjahr Dutzende von Zwergsägern sowie Hunderte von Reiherenten und Gänsesägern beobachten. Das Schilf rund um den Vogelturm ist im zeitigen Frühjahr die Heimat von Rohrammern. Etwas später im Frühling kann man hier auch Teich- sowie Schilfrohrsänger hören - und oft auch den selteneren Drosselrohrsänger.

Aufgrund seiner Beliebtheit treffen Sie auf dem Beobachtungsturm von Maarinlahti fast immer erfahrene Vogelkundler an. Scheuen Sie sich nicht, sie um Rat und Hilfe bei der Identifizierung der Tiere zu bitten. Sie werden Ihnen dann auch gerne die interessantesten Arten unter den Hunderten oder gar Tausenden von Vögeln zeigen. Ein zwei Kilometer langer Naturlehrpfad führt vom Turm zum Naturkundemuseum Villa Elfvik, in dessen Nähe sich ein weiterer Beobachtungsturm mit Blick auf die Bucht befindet.

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Helsinki bietet im Frühling viele gute Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. Die meisten Plätze sind ganz einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad zu erreichen. Wir stellen Ihnen fünf dieser Orte vor.